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VORTRAG


 

 

 

Datum  :    10 August 2010

Uhrzeit :    18.00 Uhr

Eintritt  :    Freiwilliger Beitrag

Ort       :    Kino & Cafe am Ufer

Uferstrasse 12, 13357 Berlin-Wedding

Ecke Martin-Opitz-Strasse,

hinter dem Amtsgericht Wedding

Bus M27Brunnenplatz / U9 Nauener Platz

U8 Pankstrasse / S Humboldthain / S Wedding Ring

 

Thema:

  1. Segelm Sie mit mir um die Welt.
  2. Zehn Steine fuer globales Bewusstsein und Frieden.
  3. KOnflikt und Frieden aus der Perspektive der Evolution, die unseren fuenf Sinnen verborgen ist.

 

Kueka und die Wahrheit

 

Eine rufschaedigende Hetzkampagne zwingt mich, ein paar Details im Konflikt um den Stein aus Venezuela klarzustellen. Die Behauptung, dieser Stein sei ein Jaspis, wurde gegen besseres Wissen an die Presse geben. Es ist kein Irrtum, es ist eine Zweckluege. Die Behauptung, dieser Stein sei gestohlen worden, ist ebenfalls eine Luege. Noch waehrend der Stein in der Gran Sabana ausgegraben und auf einen Tieflader geladen wurde, uebergab ich einer Delegation der Federacion der Indigenas (Organisation der Eingeborenen) die zufaellig am Ort des Geschehens war, eine Kopie der Schenkungsurkunde, der Analyse ueber die Beschaffenheit des Steines und die Genehmigung der Naturschutzbehoerde (Inparques), den Stein zu heben und abtransportieren zu koennen. Alle Dokumente sind seit Jahren fuer jeden zugaenglich auf meiner Webseite veroeffentlicht. Ab sofort auch in deutscher Uebersetzung.

Im August 2004 bat man mich, in die Venezolanische Botschaft Berlin zu kommen. Seine Exzellenz Bernabe Carrero Cuberas teilte mir folgendes mit: Nach Pruefung des Vorgangs und aller Dokumente ist der Stein legal gehoben und ausgefuehrt worden, und die Schenkungsurkunde ist gueltig. Trotzdem moechte sein Praesident  Hugo Chaves den Stein zurueck haben und den Indigenas schenken. Die Behauptung, der Stein sei ein Jaspis und gestohlen worden, sei ein bedauerlicher Irrtum. Ich antwortete, dass durch diese Luegen nicht nur mein Ruf geschaedigt wurde, es sind fuer mich und den Menschen, die mir geholfen haben, auch enorme Kosten entstanden. Von der verlorenen Zeit gar nicht reden. Ich argumentierte, dass die Indigenas, nachdem sie durch die Luege um den Stein endlich die Aufmerksamkeit erlangten, die die Nachfahren der Eroberer ihnen ueber Jahrhunderte verweigerten, dringend Hilfe brauchen, um sich zu integrieren. Dazu brauchen sie keinen Stein als Trostpflaster, sondern Menschen, die ihnen helfen, sich zu integrieren und ihnen eine Perspektive fuer ihre Zukunft geben. Deshalb machte ich folgendes Angebot:

Ich suche einen anderen Stein, bearbeite ihn, und wir tauschen die Steine in einem Arbeitsgang aus. Die Kosten traegt Venezuela. Ich war bereit, diesen Stein ohne Honorar zu bearbeiten und den Austausch mit meiner Erfahrung zu begleiten. Im Gegenzug gruenden wir eine Stiftung in Hoehe von einer Million Euro mit der Massgabe, dieses Geld zur Integration von Minderheiten und zur Wiederaufforstung zu verwenden. Ich wollte mit meiner Erfahrung auf unserem biologisch bewirtschafteten Bauernhof den Indigenas helfen, ihre Tradition der Feuerrodung zu ueberwinden und ihnen zeigen, wie  man mit entsprechenden Massnahmen die Boeden auf Dauer fruchtbar halten kann. Des Botschafters Antwort ueberraschte mich. Wo soll dafuer das Geld herkommen. Mein Angebot wurde weder abgelehnt noch angenommen. Es wurde bis heute ignoriert.

 

Heute frage ich, hat man wirklich erwartet, dass ich die Luegen, die so viel Schaden und den Konflikt ausgeloest haben, zu allem auch noch belohne?

Fazit. Ein so reiches Land, das Milliarden fuer ihr Erdoel einnimmt, hat noch immer nicht verstanden, dass es fuer seine Minderheiten Verantwortung und vielleicht auch Kosten uebernehmen muss.

Nach Jahren hat man die Luege von dem gestohlenen Jaspis neu verpackt. In einem zu Traenen ruehrenden Film erzaehlt eine alte Frau eine Geschichte von einem Liebespaar, das wegen der Verletzung der Stammesregeln versteinert wurde. Sicher gibt es diesen Mythos, ihn auf diesen Stein zu beziehen, ist aber einfach frei erfunden und zweckdienlich manipuliert. Auf der Suche nach einem geeigneten Stein hatte ich im Rahmen der Vorgaben mehrere Steine in Erwaegung gezogen. Ausgesucht und bestimmt wurde er aber vom Beauftragten der Naturschutzbehoerde Don Alexis Sombrano und seinen Mitarbeitern, die alle Mitglieder des Stammes der Pemones sind. Ich bin mir sicher, vor mir hat noch nie ein Mensch diesen Stein unter so viel gleichen Steinen bewusst wahrgenommen Auch die Indigenas, die in allernaechster Naehe wohnen, hatten keine Einwaende. Nachdem ich gemeinsam mit ihnen die Arbeitsstelle bepflanzt und saniert hatte, schenkten sie mir zum Abschied ein geflochtenes Stirnband mit einer schoenen Feder. Wenn der Stein, den sie Kueka nennen, eine so hoch geschaetzte Kostbarkeit in ihrer Kultur ist, haetten zumindest die Menschen, die ihn unter vielen gleichen Steinen aussuchten, von seiner Heiligkeit gewusst. Von einem dieser Maenner wurde ich gebeten, den Stein zu fragen ob er mit mir kommen wolle.

Sechzig Kilometer von der naechstgelegenen Stadt Santa Elena entfernt, liessen sie mich am spaeten Nachmittag zurueck beim Stein. Von Mueckenschwaermen und Sandfloehen geplagt, sass ich lange auf dem Stein. Natuerlich koennen Steine nicht sprechen. Etwas ungeduldig fragte ich: Por lo menos dime tu nombre para que pueda hablar contigo. Sag mir wenigstens deinen Namen, dass ich mit dir sprechen kann. Wie ein Schlag auf den Kopf kam die Antwort: Ballena. Das heisst Wal. Dann ging ich an die Strasse. Ein Lastwagen nahm mich mit. Als wir den Stein ein paar Tage spaeter mit einem Schaufelbagger aus seinem Bett schoben, drehte er sich. Die verborgene Unterseite lag nun oben. Vergeblich versuchte Antonio der Baggerfahrer den Stein zur Strasse zu bringen. Er stellte den Motor ab und jemand sagte Alli esta la ballena callada. Da ist der stumme Wal. Erst durch diese Bemerkung sah ich, dass der Stein mit seiner Unterseite nach oben gekehrt, wirklich wie ein Wal aussah. Wale schwimmen durch die Ozeane. Vielleicht ist der wahre Mythos, dass dieser durch einen Blitzeinschlag abgespaltene Teil ueber den Atlantik schwimmen muss, um seinem geschundenen Volk nach Jahrhunderten der Vergessenheit die Aufmerksamkeit zu bringen, die ihnen so lange verweigert wurde.

Haette ich den Stein schon damals zurueckgebracht - ich war dazu bereit, aber niemand wollte helfen - waere er unter den vielen gleichen Steinen laengst vergessen. Die Behoerden ordneten eine vergleichende Analyse an, und nachdem die Behauptung, der Stein sei ein Jaspis, widerlegt war, wurde die Blockade aufgehoben und von den zustaendigen Behoerden die notwendigen Papiere ausgefertigt, um den Stein abtransportieren, verladen und ausfuehren zu koennen. Der Konflikt, ausgeloest durch zwei Luegen, haben erfuellt, was ich den Indigenas auf der Generalversammlung der Haeuptlinge am Kilometer 14 versprochen hatte. Wenige Tage, nachdem der Stein blockiert wurde, kam ich zufaellig an den Ort, wo die Haeuptlinge auf ihrer Generalversammlung  ueber den Verlauf eines Protests gegen eine Elektroueberlandleitung berieten. Ich hatte Gelegenheit, ihnen alle Dokumente vorzulegen und versprach ihnen, dass der Stein in Berlin fuer ihre wahren Interessen mehr bewirken koenne, als wenn er zurueck an seinem alten Platz als einer unter vielen Steinen schnell in die Vergessenheit zurueckfaellt. Vielleicht schlecht beraten von den Umweltorganisationen, die den Protest gegen die Stromleitung organisierten, wurde wenige Tage spaeter auf einer Pressekonferenz in Caracas die Luege vom gestohlenem Jaspis weltweit in Umlauf gebracht.

Der Konflikt wird erschwert durch Gruppen, Organisationen und Institutionen, die im Verborgenen den Stein und die Indigenas fuer ihre eigenen Interessen missbrauchen.

Vor fast sechzig Jahren ging ich mit einem selbst gebauten Segelboot auf Weltreise. Gepraegt durch den schrecklichen Bombenkrieg, hatte ich nur eine einzige Frage. Warum toeten Menschen andere Menschen, mein Vater sich sogar selbst. Ich hoffte, in Amerika vielleicht Eltern oder Geschwister zu finden von den Besatzungsmitgliedern, die mein Bruder und ich zerfetzt aus dem abgeschossenen Bomber gezogen und begraben hatten. Durch den Konflikt um den roten Stein, der in meinem Projekt in vierter Position fuer Liebe steht, habe ich viel gelernt und endlich eine Antwort auf die Frage meines Lebens gefunden. Dafuer bin ich allen beteiligten Menschen, die mir geholfen oder mich behindert haben, gleichermassen dankbar.

 

 

Projektfortschritt von Global Stone Project

Eine Gute Nachricht erreichte mich vor kurzem aus Suedafrika. Nach acht Jahren geduldigen Wartens, bekommt der Afrikanischen Schwesterstein in Kapstadt, noch in diesem Jahr, in der Naehe des Sommerparlamentes einen wuerdigen Platz. Damit verbindet das Licht am einundzwanzigsten Juni, nach Amerika und Asien, auch den Afrikanischen Kontinent mit Berlin.

Willkommen ist jede Form von Hilfe.

Lageplan von Global Stone Project in Tiergarten, Berlin

Das Projekt
Mein vor mehr als dreißig Jahren selbst gebauter Dreimaster „Pegasus“ mit dem ich um die Welt gesegelt bin, ist die Basis für eine Aufgabe die zu erfüllen, ich mir als Ziel gesetzt habe.
Bilder
Ich habe mich darum bemüht, meine Reise so gut wie möglich zu dokumentieren. Sie finden zu jedem Kontinent eine Bildergalerie. So können Sie mein Abenteur miterleben.
Pressestimmen
Seit projektbeginn ist viel über das Global Stone Projekt geschrieben worden. Erfahren Sie welche schwierigen und unerwarteten Hürden überwunden werden mussten.